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Die Fische, meine “große Liebe”

von Sandor Adam

Hallo, ich heiße Sandor Adam.

 

stacks_image_1182Diese Geschichte begann im Jahr 2002, als ich acht Jahre alt war. Ich interessierte mich damals sehr für Fische und wollte mehr über sie wissen, sie beobachten und ganz nah bei ihnen sein. Ich überlegte, wie ich dies alles erreichen könnte. Da fiel mir Angeln ein. Ich fragte meinen Papa und wir erkundigten uns. Es stellte sich  heraus, dass man dazu 10 Jahre alt sein musste. Aber wenn mein Papa einen Angelschein machen würde, dürfte ich unter seiner Aufsicht auch angeln.

 

Stacks Image 1179Wir lebten damals in Bad Schussenried, einem kleinen Ort, den kaum einer kennt. Um den Angelschein zu machen, musste Papa mit dem Zug nach Biberach fahren, das 20 km entfernt davon ist. Einmal durfte ich mitfahren, weil es um die praktischen Übungen ging. Ich war sehr aufgeregt. Als wir ankamen, waren wir auf einem von großem Wald umgebenen Feld. Ein Bach plätscherte durch das Feld hindurch und floss an einem Haus vorbei. Es war sehr neblig und kühl. Wir warteten am Bach. Als alle Teilnehmer angekommen waren, kam ein Auto vorbei und brachte eine Tonne voll lebender  Regenbogenforellen. Der Angellehrer nahm einen Käscher und holte ungefähr 20 Forellen heraus. Sie wurden unter die Teilnehmer verteilt. Die restlichen Forellen hatten Glück und wurden wieder zurück in die Tonne gesetzt.

Der Angellehrer nahm einen Knüppel und betäubte eine Forelle. Dann nahm er ein Messer und schnitt dem Fisch die Schlagader durch.

Die Teilnehmer sollten es ihm nachmachen. Dann wurden die Forellen ausgenommen. Mich wunderte, was alles in so einem kleinen Fisch drinsteckte. Schließlich filetierte man die Forelle noch. Dann gingen  wir in das Haus. Einige präparierte Hechte hingen an den Wänden.

Stacks Image 1173An der einen Seite stand ein Aquarium, in dem kleine einheimische Fische schwammen. Ich interessierte mich für die Fische, die anderen hörten einen Vortrag über Teichmuscheln und Dreikantmuscheln.

Endlich ging die Gruppe wieder nach draußen zum Bach und der Lehrer zeigte uns ein paar Tiere, an denen man erkennen kann, dass das Wasser sauber ist, zum Beispiel Wasserflöhe, rote Mückenlarven und Blutegel.

Dann lernten wir das Zielwerfen. Man breitete mitten auf dem Feld eine große Plane aus, auf der eine Zielscheibe aufgemalt war.

An die Angelschnur wurde ein Gewicht gehängt und es ging los mit Werfen. Aus Versehen traf mich ein Gewicht am Kopf, das tat weh und ich bekam eine große Beule!

Auf dem Nachhauseweg dachte ich darüber nach, dass ich, wenn ich die Fische angele, sie dann ja auch töten muss. Das wollte ich aber auf keinen Fall! Deshalb überlegte ich, ob ich meinen Wunsch, Angler zu werden, nicht doch lieber aufgeben sollte. Drei Jahre lang passierte nichts weiter, außer dass ich hin und wieder in die Fisch- und Angelbücher  reinguckte.

Stacks Image 1176Dieses Jahr, 2006, sind wir nach Immenstaad an den Bodensee gezogen. Da wir jetzt ganz in der Nähe des Wassers wohnen, sprachen Papa und ich immer wieder einmal über das Angeln. Irgendwo hatte mein Vater erfahren, dass wenn man für den getöteten Fisch meditiert, das mit dem Töten nicht ganz so schlimm wäre. Als ich das hörte, war ich sofort hellwach und kramte alle Angelsachen zusammen, kaufte Angelzubehör und hörte mich um, wo ich einen Angelschein machen könnte, ich war jetzt schließlich 11 Jahre alt. Kurz darauf fanden wir einen Weiher, an dem man auch ohne Angelschein angeln durfte. Er war ziemlich klein, hatte aber umso mehr Forellen.

Kaum hatte ich die Angel ausgeworfen, zappelte auch schon ein Fisch an meinem Haken! Wir fuhren oft zu dem Weiher und ich lernte alles, was man über das Angeln wissen muss.

Dann fuhren wir jetzt in den Sommerferien zu einem buddhistischen Sommerkurs nach Belgien. Dort fragte ich einen buddhistischen Lehrer, ob das mit dem Angeln ok ist. Er meinte: “Keine gute Idee, das Töten von Tieren verkürzt dein eigenes Leben.”

Ich war am Boden zerstört. Ich saß zwei Stunden im Zelt und weinte.

Schließlich kamen mein Papa und ich dahinter, dass ich eigentlich die Fische liebe und mit ihnen zusammen sein möchte, sie gerne anschaue, ohne dass sie gleich wegschwimmen. Dann kam die Idee. Anstatt die Fische zu jagen, zu angeln und zu töten, würde ich sie viel, viel lieber filmen und  fotografieren mit Unterwasserkameras und so. Ich freue mich riesig, dass ich diese Lösung gefunden habe
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