Auch der Buddha war einmal ein Kind. Es gibt zwar nicht viel Informationen darüber, aber eine Begebenheit, die stattfand, als der Buddha 8,9 oder 10 Jahre alt war, ist überliefert:
Ein ganz besonderes Kind
Als der Buddha auf die Welt gekommen war, gaben ihm seine Eltern den Namen Siddharta. Da sein Vater ein König war, wuchs Siddharta in den schönsten Palästen auf, die ihr euch vorstellen könnt. Siddharta hatte Spielzeug in Hülle und Fülle. Als der junge Prinz alt genug war, brachten Lehrer ihm das Schreiben und Rechnen bei.

Sein Vater und seine Mutter waren sehr stolz auf ihn. Denn alles, was man ihm beibrachte, beherrschte er sofort. Er war das klügste, das schönste, das tapferste, das stärkste und das fröhlichste Kind im ganzen Königreich.
Einmal, da war der Prinz ungefähr sieben oder acht, neun oder zehn Jahre alt, da ließ sein Vater, der König, das Frühjahrsfest feiern. Man traf sich auf den Feldern, die zwischen den Parks der Paläste und der Stadt lagen.
In einer ausgedehnten Feier wurden die Götter gebeten, dass sie in der Natur alles gut und fruchtbar wachsen und gedeihen lassen sollten.
Der junge Prinz war bald müde geworden von den vielen festlichen Gesängen, den Tänzen, den Zeremonien und den langen Reden.
Ohne dass es seine Eltern und Verwandten merkten, zog er sich von den Ehrenplätzen der königlichen Familie zurück. Er lief ein ziemlich weites Stück, bis er den Singsang der Priester nicht mehr hören konnte.
Schön war die Stelle, die er da entdeckt hatte! Ein großer Rosenapfelbaum mit weit ausladenden Ästen stand mitten auf einer grünen Wiese.

schwitzen. „Ich setze mich am besten in den Schatten des Baumes“, dachte er bei sich und lief los. Weich war das Gras und es duftete nach erblühten Blumen. Um ihn herum summte und brummte es wie überall zur Frühlingszeit.
Siddhartha war mit sich und der Welt zufrieden. Plötzlich raschelte es neben ihm. Da bewegte sich etwas!
„Du bist aber schön!“, lobte der Prinz die smaragdgrüne Eidechse, die sich flink daranmachte, vom Baumstamm herunter ins Gras zu klettern. Ihre vielen kleinen Schuppen fingen das Licht der Sonne auf eine eigenartige Weise ein, so dass von ihrem Körper ein geheimnisvolles Schimmern ausging. Sie schien irgendein Ziel vor Augen zu haben. Mit einem Mal blieb sie stehen. Ihr kleiner Kamm, den sie am Kopf trug, richtet sich kerzengerade auf. Kaum dass sie noch atmete, so erstarrt war sie. Wenn der Prinz sie nicht schon vorher schon gesehen hätte, wäre sie ihm jetzt zwischen den grünen Grashalmen sicher nicht aufgefallen.

Erschrocken betrachtete der Prinz die Eidechse, die sich jetzt daranmachte, unter dem dichten Gras zu verschwinden. Sicher wollte sie ihre Mahlzeit in Ruhe verdauen.
Siddharta strengte sich an, der Eidechse mit den Augen zu folgen. Immer noch war er fasziniert von der Schönheit ihres schillernden Grün, doch gleichzeitig hatte sie jetzt eine tote Fliege im Maul.
Der junge Prinz brachte diese beiden Dinge nicht zusammen. Schönheit, die den Tod bringt... Jetzt war die Eidechse unter einem breiten Blatt verschwunden. Siddharta hatte sie aus den Augen verloren. Doch halt! Da war sie wieder!

Schockiert lehnte sich der Prinz an den Baumstamm.

Prinz Siddhartas Herz füllte sich mit großem Mitleid. Es wurde schwer von Trauer. ‚So gern würde ich euch helfen, damit ihr nicht mehr gefressen werdet!‘, wünschte er. ‚So gern würde ich verhindern, dass Tiere überhaupt Tiere fressen müssen! Ach, wenn es auf der Welt keine Angst und keinen Schmerz mehr geben würde!‘

Das alles hatte plötzlich in Siddhartas Herz Platz und es machte ihm keine Angst. Vielmehr verwandelte es sich zu etwas, das wie glückliche Ruhe war und wie rückhaltloser Frieden und gleichzeitig war da immer noch das Gefühl, mit allen verbunden zu sein.
‚Da ist er ja, der Ausreißer!‘, hörte man Siddhartas Vater, den König, rufen. Die königliche Familie hatte inzwischen das Verschwinden des Prinzen entdeckt und sie waren sofort aufgebrochen ihn zu suchen. ‚Was tut er denn unter dem Baum?
Ist er allein? Oder hat er jemanden zum Spielen gefunden?‘, fragte seine Tante und beschleunigte neugierig ihre Schritte.
‚Er sitzt da alleine!‘ Der König war überrascht stehen geblieben. Denn der Schatten des Baumes lag beschützend über Siddharta. Aber er war sozusagen an der falschen Stelle. Alle anderen Schatten waren schon längst mit der Sonne weitergewandert. Eigentlich hätte Siddharta ungeschützt in der Hitze sitzen müssen.
