Das Rad der Lehre

Das, was der Buddha gelehrt hat, nennt man den Dharma, das ist ein altindischer Ausdruck für „Lehre“, im Bild wird seine Lehre durch ein Rad mit acht Speichen dargestellt. Es taucht als Bild überall auf, wo es um Buddhismus geht.
Der Kreis in der Mitte stellt das Rad dar, die beiden Tiere rechts und links sollen Hirsche sein. Das Dharma-Rad steht dafür, dass der Buddha anderen erklärt hat, um was es bei der Erleuchtung geht und wie sie sie selbst erreichen können. Man sagt dazu: Buddha hat das Rad der Lehre in Bewegung gesetzt. Dass er das tat, ist keine Selbstverständlichkeit!
Eigentlich wollte der Buddha es nicht tun, denn er glaubte, dass niemand verstehen würde, was er als Erleuchteter nun wusste. Er hatte nämlich erkannt, dass die Welt genauso wie das Ich nicht auf die Art wirklich da sind, wie wir es glauben, sondern dass alles eher wie ein Traum ist, den alle Wesen träumen.
Brahma, der oberste der Götter, an die die Menschen, damals, als der Buddha gelebt hat, glaubten, merkte das. Er wollte auf keinen Fall, dass Buddha dieses einzigartige Wissen über die Erleuchtung nicht weitergab. Deshalb er eilte herbei, kniete sich vor ihm nieder und sprach: „Bitte, erleuchteter Buddha, lass uns nicht alleine in dieser Welt voller Leiden und Angst. Lehre uns den Weg der Befreiung, den du erkannt hast!“
Der Buddha schaute den Gott Brahma überrascht an: „Keiner wird es verstehen können. Der Weg zur Erleuchtung ist zu schwierig, er übersteigt alles, was jemals gedacht oder gefühlt oder getan worden ist.“
„Es gibt sicher Wesen, die fähig sind, diesen Weg zu gehen, auch wenn er sehr schwer ist“, bat Brahma. „Versuch es doch wenigstens! Bitte!“ Mit diesen Worten deutete er auf sein goldenes Rad, das er als Zeichen seiner Macht immer bei sich trug.
Die Worte und die Bitten des Gottes bewegte den Buddha so sehr, dass er beschloss, seine Lehre zu verkünden. Er setzte das Rad der Lehre in Bewegung und brachte damit das, was er erkannt hatte, in die Welt. Er begann zu erklären, wie man aus dem Traum, den alle gemeinsam träumen, aufwachen kann.
Die Stelle, wo das geschah, war der Hirschpark von Isipatana. Deshalb sind neben dem goldenen Rad oft auch die beiden Hirsche angebildet. Was der Buddha als Erstes lehrte, waren die vier edlen Wahrheiten mit dem achtfachen Pfad, der den Weg zeigt, wie man ans Ziel, zum Erwachen aus dem Traum des Da-Seins, kommen kann. Deshalb ist das Dharmarad immer mit acht Speichen abgebildet. Wenn ihr wissen wollt, was die vier edlen Wahrheiten und der achtfache Pfad sind, schaut im Netz unter diesen Stichworten nach.