Hast du Probleme damit, dich zu konzentrieren? Wirfst du alles durcheinander und weißt nicht mehr, was du eigentlich tun wolltest? Vielleicht hilft dir der Rat vom Katzendoktor weiter...


Melindacat
Es war einmal in einem Land, in dem nur Katzen lebten. Die Katzen gingen in den Kindergarten, sie gingen zur Schule, die Katzen wurden erwachsen, sie hatten Berufe, wurden Eltern, Großeltern und irgendwann starben sie und kamen auf den Katzenfriedhof.

In diesem Katzenland war es für Katzenkinder das Allerwichtigste, dass sie in der Schule gute Noten schrieben. Warum das so war, wusste keiner, dass es wichtig war, wussten alle.

Eleokata war eines der wenigen Katzenkinder, denen das nicht gelingen wollte. Schon im Kindergarten war sie dadurch aufgefallen, dass sie alles tat, nur nicht das, was sie sollte. Man hatte sie sogar an die Leine genommen, damit sie in die Richtung lief, in der man gerade laufen sollte, doch es hatte nichts geholfen. Man hatte sie geschlagen, das hatte auch nichts geholfen. Man hatte ihr Stubenarrest gegeben. Richtig, das hatte auch nichts geholfen. Eleokata war einfach schlecht in der Schule, sie war also eine sehr schlechte Katzenschülerin.

Sie konnte sich keine Katzenbuchstaben merken, und brachte beim Schreiben alle Buchstaben durcheinander.
Sie konnte sich keine Katzenzahlen merken, also konnte sie auch nicht rechnen.
Sie konnte sich nicht einmal merken, was für ein Bild sie vorgehabt hatte zu malen. Sie begann mit einem Berg, doch daraus wurde ein Baum. Sie fing mit einem Himmel an, doch sie endete mit einer Blume. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie durcheinander ihre Bilder aussahen.
Die Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Geschwister, Lehrer und Lehrerinnen waren verzweifelt.

Schließlich ging man zu einem Katzendoktor und erklärte das Problem.

Der Katzendokter war ein kluger Kater. Er schnurrte dreimal nach Westen, dreimal nach Osten, zweimal nach Süden und einmal nach Norden. Und dann erklärte er:
„Beim Fegen nur Fegen.“


„Wie bitte?“ kreischten die Eltern, Großeltern, Taten, Onkel, Lehrer und Lehrerinnen im Chor.

„Beim Fegen nur Fegen. Das wird helfen.“

Eleokata spitzte die Ohren. Das Gekreisch der anderen war ihr egal. Tief in ihrem Katzeninneren hatte es klick gemacht. Es war ein großes Klick, kein kleines.

Noch während die Eltern, Großeltern und so weiter mit dem Katzendoktor herumstritten, was denn das für ein dämlicher Ratschlag sein sollte, hatte sich Eleokata schon auf den Weg nach Hause gemacht. Sie hatte sich einen Besen geschnappt. Und fegte.

Beim Fegen fegte sie nur. Sie tat nichts anderes, als beim Fegen nur Fegen.

Und plötzlich ordnete sich in ihr alles. Einfach alles.
Die Buchstaben fanden den Weg dahin, wo sie bei den Wörtern hingehörten,
die Zahlen fanden ihren Weg dorthin, wo sie bei Rechenaufgaben hingehörten,
die Berge, die sie malen wollte, blieben Berge,
die Bäume Bäume, die Wolken Wolken,

und Eleokata war von einem Tag auf den anderen die beste Katzenschülerin des Landes geworden.

Keiner wusste, wie das geschehen war. Nur der alte Katzendoktor wiegte bedächtig sein Haupt. Dreimal schnurrte er nach Osten, dreimal nach Westen, zweimal nach Süden und einmal nach Norden.
„Beim Fegen nur Fegen hilft immer, wenn man nicht weiter weiß“, maunzte er zufrieden.


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