Der Tibetische Buddhismus ist in den Ländern des Himalaya zu Hause. Im 8. Jahrhundert (nach Christus) kamen aus Indien Meditations-Meister nach Tibet. Sie brachten den Buddhismus in das Land des Schnees. Buddhistische Texte wurden auf tibetisch übersetzt, und seitdem verbreitete sich die Lehre Buddhas dort.

Besondere Kennzeichen des tibetischen Buddhismus ist, dass es dabei sehr bunt (und manchmal auch laut) zugeht.

chenresig
Im tibetischen Buddhismus gibt es viele Möglichkeiten, wie man Meditieren kann. Zum Beispiel schweigend und sich auf seinen Atem konzentrierend.

Oder man spricht beim Meditieren Mantras. Das berühmteste Mantra ist „Om Mani Peme Hung“. Dieses Mantra „gehört“ zu der ebenfalls berühmten Meditationsgottheit Chenresig.
Im tibetischen Buddhismus ist eine gebräuchliche Meditation, dass man sich Chenresig vorstellt, er steht für Liebe und Mitgefühl, dann spricht man das Mantra Om mani peme hung und stellt sich dabei vor, wie sich Liebe und Mitgefühl auf der ganzen Welt ausbreiten.
Hier kannst Du es mal ausprobieren. Oder man stellt sich (im Kopf) eine Meditationsgottheit vor und stellt sich weiter vor, dass die normale Welt sich verwandelt und das Land dieser Meditationsgottheit wird.


Im tibetischen Buddhismus wird der Buddhismus sehr viel mit Gesängen und Zeremonien meditiert. Es gibt gesungene Meditationen, die man gemeinsam übt.

Sicherlich kennst du auch Bilder von Meditationsgottheiten. Diese Bilder nennt man Thankas.

Diese Meditationsgottheiten sind keine Wesen aus Fleisch und Blut, sondern man stellt sie sich wie aus Regenbogenlicht gemacht vor. Es sind Verkörperungen von geistigen Zuständen, wie zum Beispiel Weisheit, Liebe, Energie, Freude, Erleuchtung.

Da man Weisheit zum Beispiel nicht so einfach darstellen kann, außer durch ein Wort vielleicht, hat man ein Bild davon gemalt. Das hat meistens jemand, der oder die sehr gut meditieren konnte, in einer Art Vision gesehen und es dann aufgemalt. Es gibt sehr viele solcher Meditationsgottheiten. Sie werden Yidam genannt.

Zu jedem Yidam gehört auch ein Mantra, das ist eine schön klingende Silbenkombination, die immer wieder wiederholt wird. Wenn man ein solches Mantra spricht, stellt man sich die dazu gehörige Gottheit vor und das Prinzip, was sie verkörpert. Zum Beispiel Weisheit oder Liebe oder Erleuchtung.

Ein bekanntes Mantra (außer „Om Mani Peme Hung“) ist „Om tare tu tare ture soha“. Es gehört zu der Meditationsgottheit Tara. Die Tara ist die Verkörperung von schneller Hilfe, wenn etwas passiert ist. Diese Meditationsgottheit gibt es in vielen verschiedenen Farben. Es gibt die weiße Tara, sie hilft bei Krankheiten. Es gibt die grüne Tara, sie hilft bei Gefahren. Die rote Tara ruft man zu Hilfe, wenn es Menschen gibt, die einem schaden wollen.

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Es gibt im tibetischen Buddhismus auch Bilder, die Mandalas heißen. Übersetzt heißt das ungefähr „Kreisbild“. Es gibt Kreisbilder, in deren Mitte befindet sich eine Gottheit, wie zum Beispiel das hier, das Chenresig darstellt.


Es gibt aber auch Kreisbilder, die sehen aus wie eine bunte, moderne geometrische Zeichnung. Das zeigt dann oft die geistige Landschaft, in der sich die Gottheit aufhält. Das ist so ungefähr wie im Märchen das Land von Frau Holle. Das gibt es nicht „wirklich“. Wir könnten keine Reise dorthin buchen. Aber wir können in unserer Vorstellung dahinreisen und einen Besuch bei ihr abstatten und sogar in der Vorstellung ihre Bettdecke ausschütten und uns dabei vorstellen, dass es auf der Erde schneit.

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So ist es mit den geistigen Landschaften der tibetischen Gottheiten auch, nur sehen sie natürlich nicht so aus wie das Land von Frau Holle.
Manche Mandalas streut man auch in Sand. Dabei werden ganz feine gefärbte Sandkörner so angeordnet, dass sie das Bild der geistigen Landschaft ergeben. Beim „Sandmalen“ meditiert man auch und spricht das Mantra der Gottheit, deren Mandala man streut.
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