Wie alle buddhistischen Traditionen beruft sich der Zen-Buddhismus auf das Wirken des Buddha Shakyamuni, der vor etwa 2500 Jahren in Indien lebte und lehrte. Buddha hatte seine Erleuchtung in der Sitzmeditation erfahren. Von Indien aus gelangte die Lehre des Buddha nach Zentral- und Ostasien, auch nach China.
Der indische Mönch Bodhidharma brachte den Meditationsbuddhismus im 6. Jahrhundert nach China. Dort wurde diese Art der Meditation im Schweigen schnell beliebt.
Von China aus kam der Chan-Buddhismus dann nach Korea (dort wird er „Seon“ genannt), Vietnam (hier wird er „Tien“ genannt) und auch nach Japan (Zen).
Der Zen-Buddhismus legt besonders Wert auf Meditation und Erleuchtung. Es ist wichtig eigene Erfahrungen zu sammeln und praktisch zu üben. Deshalb gibt es im Zen-Buddhismus auch sehr viele Meditations-Künste.

Vielleicht kennst du auch das Ikebana, das ist Blumenstecken. Dabei geht es auch nicht einfach nur darum, einen Blumenstrauß zu binden – sondern sich ganz in der Handlung des Blumensteckens zu finden. Das heißt, nichts anderes zu tun, als die Blume so anzuordnen wie es für die Blume am Besten ist.
Die Ikebana-Meisterin Toshiko Miyazaki erklärt: Beim Blumenstecken
vergisst man sich selbst und wird zur Blume. Wer in die Blumen hineinhören und hineinfühlen kann, der weiß wie er sie anzuordnen hat.
"Eine Sache bis zum Ende durchmachen."Vielleicht hast du auch schon Tuschemalereien gesehen die von Zen-Meistern oder Meisterinnen stammen.
Es gibt zwei Arten: Bildliche Darstellungen (z.B. Landschaften, Menschen, Tiere, Blumen, usw) oder Schriftzeichen. Ein chinesisches oder japanisches Schriftzeichen (man nennt es auf Japanisch „Kanji“) ist kein Buchstabe, wie bei uns, sondern ist ein Wort oder drückt etwas aus, für das man eigentlich viele Worte braucht um es zu erklären.
Mit dem konzentrierten Eintauchen des Pinsels, dem Aufsetzen auf das Papier, der Bewegung und Ausführung des Zeichens drückt der Zen-Meister oder die Zen-Meisterin die eigene spirituelle Erfahrung aus. Es geht dabei nicht darum, wie bei der europäischen Kalligraphie "schön zu schreiben" sondern den eigenen Charakter zu Papier zu bringen. Dabei soll vor allem auch die Sammlung des eigenen Geistes, die Konzentration erkennbar sein.Wer das Schriftzeichen anschaut, kann dies dann auch spüren.

Hier siehst du den Zen-Meister Hozumi Roshi, wie er eine Kalligrafie erstellt.
Vielleicht hast du auch schon einmal etwas von Koan gehört? Koan sind Begebenheiten und Geschichten, paradoxe Rätsel und Aufgaben, die dem Zen-Übenden helfen, sein Denken und Handeln zu durchschauen und zu verstehen.
Nachfolgend einige kurze Koan:
Der Schüler fragt den Meister: "Hat ein Hund Buddha-Natur oder nicht?" Der Meister antwortet: "Mu!" (Leerheit)
Zwei Schüler streiten sich über eine Fahne, die im Wind flattert. Der Eine sagte: "Die Fahne bewegt sich", der Andere: "Der Wind bewegt sich". Sie konnten sich nicht einigen. Der Meister trat hinzu und sagte. "Nicht die Fahne bewegt sich, nicht der Wind bewegt sich. Es ist euer Geist, der sich bewegt".
„Du weißt, wie sich das Klatschen von zwei Händen anhört. Sag mir, wie hört sich das Klatschen einer Hand an?“
Darüber kann man nicht nachdenken, wie man in der Schule über eine Rechenaufgabe nachdenkt. Sondern mit Körper und Geist. Wenn du versucht, diese Koan zu lösen, dann bekommst du schon einen kleinen Geschmack davon, wie Zen ist.
Wenn Ihr mehr über Zen erfahren wollt, schaut doch mal bei Shoboji vorbei......